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26. November 2004

Landtagsabgeordnete Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen) diskutierte in Jever über Innenstadtsanierung und Denkmalschutz

Auf Einladung der Ratsfraktion der jeverschen Grünen kam kürzlich die jüngste niedersächsische Landtagsabgeordnete Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen) zu einem Antrittsbesuch nach Jever. Die 26-jährige Diplom-Volkswirtin aus Bramsche ist am 15. September für Rebecca Harms nachgerückt, die einen Sitz im Europäischen Parlament eingenommen hat. Polat ist bau- und denkmalschutzpolitische Sprecherin und Mitglied im Petitionsausschuss.

In einer ersten Gesprächsrunde mit der Ratsfrau Sabine Glaum, dem Fraktionsvorsitzenden Bernhard Schwanzar (beide Bündnis 90/Die Grünen) und Baudirektor Dr. Dehrendorf war man sich darüber einig, dass Denkmalpflege Substanzerhaltung und -aufwertung ist und kein "Schnickschnack". Polat: "Wir müssen das Vorurteil abbauen, dass Denkmalschutz für private Denkmaleigentümer zu teuer ist. Einen Großteil der Investitionen kann man steuerlich absetzen. Außerdem kann es noch Zuschüsse der Landkreise und Städte geben."

In Niedersachsen setzten sich die Grünen gerade für die Einrichtung von regionalen Denkmalbeiräten ein, die bei der Auswahl und der Betreuung von Baudenkmalen sowie bei hervorgehobenen Baumaßnahmen beratend eingebunden werden. Das freiwillige und ehrenamtliche Engagement im Bereich Denkmalschutz und Baukultur sei stärker zu fördern, um die Beratung von Bauherren und den öffentlichen Dialog zu anstehenden Entscheidungen in diesen Bereichen zu verbessern. Schwanzar: "Denkmalpflegerische Wettbewerbe können zur verstärkten Wertschätzung alter Baudenkmäler beitragen. Denkmalschutz bedeutet nicht nur den Erhalt eines Kulturgutes für nachfolgende Generationen, sondern eine Wertsteigerung."

Als denkmalpflegerisches Beispiel stellte anschließend Herr Manfred Röben, in der Stadtverwaltung zuständig für die Bauleitplanung, das Sanierungsgebiet III in der Jeverschen Innenstadt vor. Dazu Bernhard Schwanzar: "Zukünftig müssen wir mehr über Qualität, Kundenfreundlichkeit und Attraktivität der jeverschen Innenstadt diskutieren und weniger über die Parkplatzsituation und den Bebauungsplan an der Sillensteder Straße. Bezüglich der Umgestaltung der durch den Häuserbrand freigewordenen Fläche an der St.Annenstraße bestehen wir nicht nur auf einer Einhausung, sondern auch auf der Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs, um der historischen Altstadt gerecht zu werden. In den Erhalt der Innenstadt müssen als Gegengewicht zum Bauen auf der grünen Wiese mehr Städtebaufördermittel fließen." Frau Polat kritisierte in dem Zusammenhang die Streichung der Mittel für den Städtebau in 2005 seitens der Landesregierung und erklärte: "Diese Mittel haben erhebliche Anstoßwirkungen für private Anschlussinvestitionen in den Sanierungsgebieten. Deshalb gehen von Ihnen starke beschäftigungspolitische Effekte mit hohem regionalen Bezug aus. Demnach ist die Städtebauförderung ein effektives Instrument der Landespolitik für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit einer ganzheitlichen Funktion für alle Bereiche des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in den Gemeinden."

Kultureller Höhepunkt des Besuchs war eine Schlossführung durch die Leiterin des Schlossmuseums Frau Dr. Sander unter dem Gesichtspunkt der Pflege und Finanzierung von Denkmälern in Landesbesitz. Dabei wurden auch die Pläne zur Neugestaltung der Sichtachsen im Schlosspark und zur Graftensanierung vorgestellt. Polat: "Ich bin begeistert von den hier gezeigten vielfältigen Aktivitäten und innovativen Ideen. Dieses Schloss ist von besonderem kulturellen Wert für die Region und das Land Niedersachsen. Ich nehme aus Jever viele positive Eindrücke mit nach Hannover und werde auch zukünftig bei Problemen in Jever gern unterstützend eingreifen."

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