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1. Februar 2008

Pflegereform: Filiz Polat fordert mehr Qualität, Gerechtigkeit und Nachaltigkeit

Zu der Debatte um die Pflegereform erklärt die Bramscher Landtagsabgeordnete Filiz Polat:

Die von der großen Koalition im Bund vorgelegten Vorschläge zur Pflegereform sind ungenügend. Wir brauchen wohnortnahe Anlaufstellen, sogenannte Pflegestützpunkte, die den Pflegebedürftigen ein neutrales, unabhängiges und qualitätsgesichertes Management für ihre individuelle Situation bieten. Das muss weit über Beratung hinaus gehen. Alle relevanten Akteure, auch Selbsthilfe- und Verbraucherorganisationen, und bestehende Strukturen müssen eingebunden werden. Sollten aber die Stützpunkte und die Beratung allein in die Hand der Pflegekassen gelegt werden, wird dieser Ansatz scheitern.

Die Pflege muss finanziell auf starke Beine gestellt werden. Wir brauchen eine Pflege-Bürgerversicherung und eine solidarische Demografiereserve für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Das bedeutet, dass ein Finanzausgleich zwischen Sozialer und Privater Pflegeversicherung stattfinden muss. Die Trennung der beiden Systeme ist völlig unbegründet und unsolidarisch. Außerdem muss in die Finanzierung die in Zukunft stark wachsende Zahl alter und pflegebedürftiger Menschen eingerechnet werden.

Auch die Erweiterung pflegerischer Handlungsfelder ist dringend geboten. Die Pflegeberufe brauchen mehr Qualifikationsmöglichkeiten auch im akademischen Bereich. Das Ziel muss sein, die Pflege zu einem wirklich eigenständigen und gleichberechtigten Berufszweig in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung zu machen.