

Fraktion der SPD
Fraktion der Grünen
Der Landtag wolle beschließen:
Entschließung
Am 19. Oktober 2007 haben sich die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Lissabon auf den Text eines "Vertrags zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft" ("Vertrag von Lissabon") geeinigt.
Der Landtag begrüßt die Einigung in Lissabon auf einen neuen Vertrag, der die politische und rechtliche Substanz des gescheiterten "Verfassungsvertrages" von 2004 sehr weitgehend übernimmt. Nur so lässt sich die politische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten nach ihrer Erweiterung weiterentwickeln.
Damit der Reformvertrag vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2009 in Kraft treten kann, muss er in allen Mitgliedsstaaten entsprechend den jeweiligen Verfassungen ratifiziert werden.
Die Landesregierung wird ersucht, die Ratifizierung des Reformvertrages im Bundesrat zügig voranzubringen und
Auf Grundlage des Reformvertrages setzt sich der Landtag dafür ein, alle vertraglichen Möglichkeiten zu nutzen, um die gemeinsamen Politikfelder der Europäischen Union weiterzuentwickeln.
Dabei sind besonders wichtig:
Der Landtag hält es zudem für geboten, die Regelungen des Verfassungsvertrages zum Kapitalverkehr und zur Niederlassungsfreiheit von Finanzdienstleistern weiterzuentwickeln, um zu verhindern, dass Spekulationen auf den Finanzmärkten zu krisenhaften Auswirkungen, zu schädlichen Folgen für Wirtschaft und Beschäftigung führen und die Menschen in Armut stürzen. An einer verschärften Kontrolle von Banken, Hedge Fonds und sonstiger Finanzinstitutionen führt kein Weg vorbei.
Der Landtag erwartet ferner, dass die Öffentlichkeitsarbeit und die geplanten Projekte und Veranstaltungen des Europäischen Informationszentrums verstärkt die Fortschritte der europäischen Integration herausstellen und auf das Thema "Europawahlen 2009" ausgerichtet werden. Dafür sind auch zusätzliche Haushaltsmittel bereitzustellen. Die Multiplikatorenwirkung der maßgeblichen Gruppen der Zivilgesellschaft und ihrer Repräsentanten soll dabei besondere Berücksichtigung finden.
Ursula Helmhold
Parlamentarische Geschäftsführerin