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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wulff,
sehr geehrte Frau Ministerin Ross-Luttmann,
ich appelliere an sie als Ministerpräsident und als Frauenministerin, die Abschiebung von Frau Abta Houran aus Wiefelstede im Landkreis Ammerland zu stoppen. Die Abschiebung dieser 25-jährigen schwangeren Kurdin aus der Glaubensgemeinschaft der Yeziden ist für den 06.08.2009 vorgesehen.
Frau Houran wurde bei der regelmäßigen Verlängerung ihrer Duldung festgenommen und in Langenhagen in Abschiebungshaft genommen. Ende Juli war ein erster Abschiebungsversuch gescheitert, weil Frau Houran auf dem Weg zum Flughafen in Frankfurt einen Zusammenbruch erlitten hatte. Die Belastungen im Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft, bei der es sich zwar nicht um eine Risiskoschwangerschaft handelt, jedoch eine erhöhte gesundliche Gefährdung gegeben ist, hatten ihre Kräfte überfordert.
Nach Bekanntwerden der Inhaftierung fand kurzfristig eine friedliche Kundgebung mit 300 Menschen auf dem Marktplatz in Westerstede zur Unterstützung Frau Hourans statt. Das Agenda 21-Büro in Wiefelstede betreut zusammen mit der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde Frau Houran und ihre Familie. Sie leben schon seit Jahren in der Gemeinde und sind gut integriert. Das zeigt auch die große Solidarität in der Bevölkerung.
Ich bitte insbesondere Sie, Frau Ross-Luttmann, als Frauenministerin inständig, die Familie nicht auseinander reißen zu lassen. Der Lebensgefährte von Frau Houran und Vater ihres ungeborenen Kindes verfügt über eine Aufenthaltserlaubnis auf Probe. Damit besteht eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft ohne Verfolgung in Niedersachsen für das Paar und ihr Kind. Bitte veranlassen Sie, dass Frau Houran nicht abgeschoben wird, sondern ein Aufenthaltsrecht aus humanitären Gründen erhält.
Mit freundlichen Grüßen
Filiz Polat