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Wie das Niedersächsische Umweltministerium in einer aktuellen Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/ Die Grünen im Landtag bestätigte, wurde in diesem Jahr auch im Zuständigkeitsbereich des Gewerbeaufsichtsamtes Osnabrück gentechnisch verunreinigter Mais ausgesät. Das verbotene Saatgut wurde in den Bezirken Cuxhaven, Hildesheim, Oldenburg und Osnabrück auf insgesamt 228 ha Fläche ausgebracht.
Filiz Polat, grüne Landtagsabgeordnete, hätte sich detailliertere Informationen gewünscht: "Dass das Ministerium keine genauen Orte, Flächen und Flächengrößen nennt, auf denen das genmanipulierte Saatgut ausgesät wurde, ist Teil einer skandalösen Verschleierungstaktik!" Inzwischen haben die Landtagsgrünen eine erneute Anfrage nach den betroffenen Flurstücken gestellt.
Inzwischen seien die betreffenden Pflanzen laut Umweltministerium "vollständig vernichtet" worden. Allerdings werde keine Aussage zu einer möglichen Verbreitung des Saatgutes und zu eventuellen Folgeschäden getroffen, bemängelt Polat. Schon im Vorfeld habe es große Versäumnisse gegeben. "Hätten die zuständigen Ministerien die Landwirte frühzeitig vor dem verunreinigten Saatgut gewarnt, wäre es nicht zur Aussaat gekommen. Dies hätte Ärger und hohe Kosten vermieden", so Polat. Die Grünen-Politikerin begrüßt, dass inzwischen staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Gentechnikrecht aufgenommen wurden.
Die Grüne Kreistagsfraktion Osnabrück fordert in einem aktuellen Antrag, dem Beispiel anderer Städte und Landkreise zu folgen und den Landkreis Osnabrück zur "Gentechnikfreien Region" zu erklären. "Wir sehen Vereinbarungen zwischen dem Landkreis und den Landwirten als guten Schritt, um gentechnische Verunreinigungen von Lebensmitteln und nicht absehbare Folgeschäden für die Zukunft auszuschließen", erklärt Nabil Noureldin, Umweltausschussmitglied der grünen Kreistagsfraktion.
Auch Anbauversuche mit gentechnisch veränderten Maissorten in den Jahren 2000 und 2001 in Bersenbrück kritisiert Polat als unverantwortlich: "Erst jetzt, zehn Jahre später erfahren wir, wo genau dieses Saatgut ausgebracht wurde. Über Folgen oder Schutzmaßnahmen gibt es weiterhin keine Informationen."