Bündnis 90/Die GrünenClaim Druckversion

23. August 2010

Verbotener Genmais in der Grafschaft Bentheim und im Emsland

GRÜNE erzwingen Veröffentlichung der illegalen Genmaisaussaaten in Niedersachsen

Mit einer parlamentarischen Anfrage und dem Verweis auf das Umweltinformationsrecht haben die Landtagsgrünen zwei Monate nach dem Genmaisskandal endlich die konkrete Herausgabe der vom Genmaisskandal betroffenen Felder erzwungen. Dies teilte die Landtagsabgeordnete Filiz Polat mit. Im Frühjahr war von 26 Landwirten auf über 90 Feldern in Niedersachsen mit verbotenen Genmais verunreinigtes Maissaatgut der Firma Pioneer aus Buxtehude ausgebracht worden. Grund waren Fehler im niedersächsischen Agrar- und Umweltministerium, die trotz Laborfunden, die betroffenen Landwirte zu spät vor der Aussaat warnten. Dadurch wurden erst im Juni die Landwirte informiert und eine Zerstörung des ausgebrachten Genmaises angeordnet. Polat: "Genverunreinigungen sind kein Kavaliersdelikt, sondern für eine vom Verbraucher gewünschte gentechnikfreie Landwirtschaft existenziell. Unklar ist, wer für die Schäden bei den Landwirten aufkommt."

Nur in Niedersachsen waren dieses Jahr die Informationen über Genverunreinigungen so spät weitergeleitet worden, dass das verunreinigte Saatgut bereits ausgesät und zum Schaden der Landwirte auf die Felder gebracht wurde. Die Grünen hatten die Schlampereien in der Landesregierung scharf kritisiert.

Damit auch biologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte sowie Imker in der Nachbarschaft von Genfeldern mögliche Schadensersatzansprüche einfordern können, falls das illegale Maissaatgut doch nicht vollständig vernichtet wurde, haben die Grünen nun eine Liste der betroffenen Gemeinden und Flurstücke auf ihre Webseite www.gruene-niedersachsen.de gestellt.

Polat: "Legale Genpflanzen müssen im Standortregister veröffentlicht werden, nur bei illegalen Pflanzungen verweigerte die Landesregierung bislang die Preisgabe. Das war nicht verständlich. Nun kann jedermann nachschauen, ob in seiner Nachbarschaft illegaler Genmais angebaut wurde." Besonders für Imker etwa sind die Genpollen bereits in kleinsten Mengen ein Problem, weil sie dann ihren Honig nicht mehr als gentechnikfrei verkaufen können.

Laut Antwort der Landesregierung wurde das inzwischen umgebrochene Gensaatgut im Zuständigkeitsbereich des Gewerbeaufsichtsamtes Osnabrück vor allem auf Feldern in der Grafschaft Bentheim und im Emsland ausgebracht. In der Grafschaft Bentheim sind insbesondere sechs Felder in der Nähe der Gemeinde Wietmarschen sowie weitere Felder nahe Klein Haddorf, nahe Ohne und nahe Wilsum betroffen. Im Emsland sind vier Felder nahe der Stadt Lingen sowie eines in der Nähe von Salzbergen betroffen. Zudem gibt es weitere Felder im Bereich des Gewerbeaufsichtsamtes Osnabrück, die wir bisher nicht zuordnen konnten.

Filiz Polat forderte, dass auch in Niedersachsen sichergestellt werden müsse, dass die Landwirte rechtzeitig vor Genverunreinigungen gewarnt werden und betroffenes Saatgut vor der Aussaat aus dem Verkehr gezogen wird.

 

Die Standorte finden Sie in der Antwort auf die Kleine Anfrage unter folgendem Link:

http://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/cms/default/dokbin/350/350433.pdf