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Bleiberechts-Logbuch

Hier dokumentiere ich die Bleiberechtsour durch Niedersachsen, die unter dem Motto "Gekommen um zu bleiben – Aufenthaltsrecht für langjährig Geduldete jetzt!" steht. Dabei informieren wir uns über die Umsetzungs-Praxis der Bleiberechtsregelung und kommen mit Behörden und Betroffenen ins Gespräch. 

 

  

30.01.2009: Lüchow-Danneberg

Bei unserem ersten Halt der Bleiberechtstour im neuen Jahr habe ich zusammen mit Miriam Staudte (MdL) und Elke Mundhenk (Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion) die Ausländerbehörde im Landkreis Lüchow-Danneberg besucht. Dort kamen wir mit dem Leiter des Ordnungswesens Herrn Schlenker zusammen. Ende 2006 gab es hier 126 Geduldete, zum Ende des Jahres 2009 hingegen 90 Geduldete, was 6,3 % der Ausländer vor Ort ausmacht. Bei insgesamt 70 % der Geduldeten sei nach Aussage der Ausländerbehörde die Staatsangehörigkeit ungeklärt. Es gibt hier zudem 30 Anträge im Rahmen der Niedersächsischen Bleiberechtsregelung und 19 Personen wurde ein Bleiberecht erteilt. Demgegenüber gibt es ca. 36 Personen, die einen Antrag nach der gesetzlichen Altfallregelung gestellt haben, hiervon wurden 18 Anträge auf Probe gewährt. Es wurde allerdings bestätigt, dass etwa 90 % derjenigen, die eine Gewährung auf Probe erhalten haben, wieder aus dem befristeten Bleiberechtstitel fallen werden, weil die Chance in Lüchow Job zu finden kaum besteht. Damit werde im Landkreis Lüchow-Dannenberg nahezu niemand ein Bleiberecht erhalten.

Anschließend haben wir den Verein "Kinder Kinder e.V." besuchen dürfen. Hier wird u.a. ein Interkultureller Hort namens "Bunter Drachen" angeboten und zudem Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Erwachsene. Daneben gibt es eine Çay-Stube, um einen Austausch miteinander zu bekommen. Der Verein existiert seit 2000. Zu dem Treffen waren auch viele Betroffene gekommen, die von ihren Schicksalen erzählten und von den Erfahrungen mit der Ausländerbehörde. Dabei stachen immer wieder einige Mitarbeiter besonders hervor. Eine der Anwesenden sprach von Schikanierungen und Rassismus. Es würden wegen der ABH auch viele Versuche aus dem LK wegzuziehen – ein Phänomen, welches wir öfters erlebt haben.

 

15.12.2008: Goslar

Bei der nächsten Station der Bleiberechtstour in Goslar habe ich gemeinsam mit Cornelia Grote-Bichoel (Kreisgeschäftsführerin) und Stefan Scheele (Vorsitzender der Kreistagsfraktion) zunächst Anwältin Kerstin Fürst und Lita Liebau vom Verein "Leben in der Fremde e.V." getroffen. Kerstin Fürst begleitet viele Flüchtlinge im Raum Goslar und arbeitet eng mit Frau Liebau zusammen, die ehrenamtlich viele dieser Menschen in allen Lebensfragen betreut, so auch bei Behördengängen zur Ausländerbehörde. Beide betonten, dass die ABH Goslar Stadt recht positiv im Umgang mit Flüchtlingen sei. Anders würde sich das im Landkreis darstellen; hier sprach Frau Liebau von "menschenverachtenden" Verhalten einiger Mitarbeiter, die auch schon Dienstaufsichtsbeschwerden zur Folge gehabt hätten.

Als nächstes haben wir die Ausländerbehörde besucht und hatten ein Gespräch mit dem Fachbereichsleiter Herrn Hausmann und einem Mitarbeiter. Der Landkreis ist anders organisiert als andere ABH und auch stolz darauf, weil jeder Mitarbeiter alle Fachgebiete abdeckt und es eine regionale Zuständigkeit (nach Mitgliedsgemeinden) gibt. Damit soll gewährleistet werden, dass die Mitarbeiter ihre Kunden von der Antragserteilung bis gegebenenfalls zur Einbürgerung begleiten können. Eine Besodnerheit ist hier zudem noch die TU Chlausthal, deren ausländische Studierende nahezu 36 % der Ausländer im Landkreis ausmachen, darunter sehr viele aus Kamerun und China.

Für Nichtakademiker gab es z.B. Alphabetisierungskurse durch das BAMF und Deutschkurse für Geduldete bei der Caritas. Der Landkreis sei im Übrigen eine von 16 Leitstellen des Landes Niedersachsen und Herr Westermeyer sei der Integrationsbeauftragte. Hier werden auch die mittlerweile drei Integrationslotsendurchgänge koordiniert.

Es gab hier Ende 2006 276 Geduldete und Ende 2008 147. Zusätzlich zu den 147 gab es dann nmoch 11 Asylbewerber und 7 Folgeanträge.

 

05.12.2008: Lüneburg

In Lüneburg habe ich mich im Rahmen der Bleiberechtstour zusammen mit der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und mit Ariane Mahlke-Voß aus dem Lüneburger Stadtrat über die Situation vor Ort informiert.

Wir konnten uns im Gespräch mit den zuständigen VertreterInnen der jeweiligen Ausländerbehörden aus Stadt und Landkreis und des Landrates Manfred Nahrstedt über die Umsetzungspraxis der Behörden vor Ort ein Bild machen.

In der Stadt Lüneburg konnte die Zahl der Geduldeten nur geschätzt werden. So seien laut Verwaltung Ende 2006 ca. 170 Personen geduldet gewesen. Hier konnten im Rahmen der gesetzlichen Regelungen 46 Personen eine Aufenthalterlaubnis bekommen.

Ariane Mahlke-Voß äußerte ihre Bedenken, dass viele Begünstigte ihre Aufenthaltserlaubnisse wieder verlieren könnten. Der Großteil hat eine Aufenthaltserlaubnis "auf Probe" bekommen, damit die notwendige Voraussetzung der Lebensunterhaltsicherung beigebracht werden kann. Einerseits eröffnet es den Menschen endlich die Möglichkeit eine Arbeit zu finden, was unter ihrem Duldungsstatus faktisch unmöglich war. Anderseits ist dies besonders schwierig für große Familien, Alleinerziehende und ältere Menschen. Die Vorgaben des Innenministeriums sind sehr eng, so die Vertreter der Behörden.

 

03.12.2008: Soltau-Fallingbostel

Zusammen mit den Grünen Dieter Wiedmann (Kreistagsmitglied) und Detlev Gieseke (ehemaliges Kreistagsmitglied) besuchten wir die Ausländerbehörde im Kreishaus in Bad Fallingbostel. Dort hatten wir u.a. mit den Herren Landrat Ostermann und Fachbereichsleiter Mahler ein Gespräch.

Im Landkreis gibt es 6000 registrierte AusländerInnen. Wir haben erfahren können, dass es Ende der 80er Jahre die erste Altfallregelung gab. Dank der Bleiberechtsregelung konnte die Ausländerbehörde Menschen, die aus ihrer Sicht gut integriert waren, in einen gesicherten Aufenthaltstatus bringen. Die Ausländerbehörde habe generell einen guten Kontakt zu den Ausländern und könne vieles über Mund-zu-Mund Propaganda laufen lassen; so habe sich auch die neue Regelung recht schnell herumgesprochen. Dennoch wurden viele Betroffene, die von den Stichtagen betroffen waren, angeschrieben.

Ende 2006 gab es in Soltau-Fallingbostel 420 Geduldete, Ende 2008 239 Geduldete. Es wurden 104 Anträge nach der Niedersächsischen Regelung gestellt, von denen 49 erteilt wurden. Demgegenüber gab es 55 Ablehnungen. Gründe hierfür sind u.a. die Stichtage, die Arbeitssituation und die Pässe. Nach der gesetzlichen Altfallregelung wurden 183 Anträge gestellt, von denen 127 genehmigt wurden. Jedoch wurden 20 % der Genehmigungen "auf Probe" ausgestellt. Hinzu kamen 28 Ablehnungen, aufgrund von Straftaten und Passproblemen. 17 Anträge sind noch offen.

Für 2009 nimmt man sich vor im kommenden ¾-Jahr die Voraussetzungen zu schaffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Behörden eine sehr optimistische Einstellung und eine Motivation den Menschen bei den Voraussetzungen, gemäß § 104, zu helfen.

 

26.11.2008: Landkreis Osterholz

Bei der nächsten Station der Bleiberechtstour im Landkreis Osterholz traf ich u.a. mit Landrat Dr. Mielke, Dezernent Eckermann, der Kreis- und Fraktionsvorsitzenden im Kreistag Dörte Gedat, Erdwig Kramer und Sabine Kadure vom Diakonischen Werk zusammen.

Als erste der besuchten Behörden betonte der Landkreis, dass der Entwurf  von Kriterien für das Bemühen bei der Passbeschaffung eventuell sinnvoll sein könne. In diesem Zusammenhang wurden diverse Länder thematisiert.

Der Landkreis habe außerdem bisher noch niemanden mit der Begründung "nicht integriert" abgelehnt, da aus Sicht des Landkreises dieses Kriterium immer im Zusammenhang mit den anderen Kriterien berücksichtigt werden müsse. Das Innenministerium fahre eine sehr restriktive Linie, wenn im Bereich Integration keine Bemühungen gesehen werden. Der Landkreis lege das hingegen nicht so restriktiv aus.

 

07.11.2008: Grafschaft Bentheim

Als nächstes habe ich zusammen mit den Grünen Dieter Kunert, Heidi Kunert und Johann Wenig in der Grafschaft Bentheim Landrat Kethorn, Kreisverwaltungsdirektor Kammer, Kreisoberamtsrat Czauderna und Herrn Heller getroffen.

Wir haben erfahren, dass im hiesigen Landkreis 14 % der Menschen einen Migrationshintergrund haben. Eine Besonderheit hier ist allerdings, dass es sich bei gut der Hälfte dieser Menschen um Niederländer handelt. Dies liegt an der Grenznähe zu den Niederlanden. Zudem ist der Landkreis Mitglied des Euregio, die Kommunen haben vielfältige Partnerschaften mit niederländischen Kommunen und Nordhorn hat eine Europaschule.

Der Landkreis hat ein 8seitiges integrationspolitisches Leitbild entwickelt, dass u.a. die Punkte Sprache, Bildung, Arbeitsmarktintegration, ehrenamtliches Engagement, kultursensible Altenhilfe und Sozialberatung enthält.

Die Zahlen zum Bleiberecht stellen sich hier wie folgt dar: mit Stand vom 31.12.07 gab es 426 Geduldete; 158 Personen davon gelten als ausgeschlossen vom Bleiberechtsantrag, da die Stichtage überschritten sind, allerdings haben 137 Personen, deren Stichtag bereits überschritten war, einen Antrag gestellt, hinzu kamen 131 Personen, die einen Antrag innerhalb der Frist gestellt haben.

Mit Stand vom 30.09.08 wurden 131 Anträge gestellt, hiervon wurden 102 Anträgen statt gegeben; 71 Anträgen hiervon "auf Probe", 24 dieser Anträge befinden sich noch in der Bearbeitung, wobei es hauptsächlich um die Passbeschaffung geht.

 

06.11.2008: Landkreis Celle

Bei meinem Besuch in Celle hatte ich die Gelegenheit mit Herrn Ferk (Leiter Ordnungsamt), Herrn Teubold, Frau Bittenbinder (Sachbearbeiterin), Herrn Cordioli (Kreisrat Dezernat IV), Landrat Wiswe und mit Georgia Langhans (Kreistag) zusammen zu kommen. Es wurde uns mitgeteilt, dass es hier lediglich 45 Anträge gäbe. Die geringe Zahl der Anträge wurde damit erklärt, dass die Leute vor Beantragung ihre Kriterien erfüllen wollen, wie z.B. die Passbeschaffung. Sie hätten nämlich Angst, eventuell der fehlenden Mitwirkung in der Vergangenheit bezichtigt zu werden und damit einen Ausschluss zu riskieren. Es wurde zudem berichtet, dass es hier eine extreme Nachfrage nach Hochqualifizierten gäbe. Auf der anderen Seite aber seien Niedrigqualifizierte gar nicht mehr gefragt. Deshalb gäbe es auch Fälle, die bis nach Cloppenburg fahren müssten, um Arbeit zu bekommen.

 

04.11.2008: Landkreis Holzminden

Die nächste Station der Beliberechtstour war der Landkreis Holzminden. Hier traf ich Herrn Waske (Landrat), Herrn Becker (Dezernent), Herrn Grote (Amtsleiter), die Sachbearbeiter Herrn Tietze und Herrn Blume, Christian Meyer (MdL), Werner Richter, Uwe Uecker (Sprecher des Grünen Kreisvorstandes), Peter Ruhwedel (Grüne Kreistagsfraktion). Hier konnte ich erfahren, dass es zur Gutscheinpraxis mittlerweile die zweite Anweisung durch das Innenministerium gab. Dieser Erlass macht deutlich, dass bei der Nichtverwendung von Gutscheinen rechtswidrig gehandelt wird. In der Ausländerbehörde wird die Rechtsauffassung des Landes zwar nicht geteilt, aber auf Grund der fachaufsichtlichen Weisung im übertragenden Wirkungskreis, müsse man dem Ministerium folgen. Ansonsten kann es dienstaufsichtliche Folgen haben. Hinzu kommt, dass mit Kürzungen der Mittel gedroht wird.

Als nächstes traf ich hier den Asylkreis der evangelischen Kirchengemeinde von Pastor Limburg. Bei diesem Treffen waren ein BBS-Lehrer, Herr Rainer Glatz (Pastor der Landeskirche Kirchenkreis Holzminden und tätig im diakonischen Werk als Betreuer für Ausländer), Pastor Limburg und eine Dame vom Diakonischen Werk dabei. Im Gespräch wurde deutlich, dass aus Sicht der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer die Ausländerbehörde einer sehr restriktiven Praxis folge. Einige Sachbearbeiter stechen dabei zudem wohl noch heraus. Bei der Unterstützung zur Passbeschaffung handele es sich um eine rein schikanierende Maßnahme. Bei bestimmten Leuten würden ständig neue Hürden aufgezeigt.

 

22.10.2008: Braunschweig

Braunschweig1

Bei meinem Besuch in Braunschweig habe ich die Ausländerbehörde (ABH) besucht, wo ich mit Frau Schulze (neue Leiterin der ABH), Herrn Paschen (ehemaliger Leiter und Direktor des Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit), Herrn Düve, Holger Herlitschke (Grüne Ratsfraktion), Christa Karras (Sprecherin) und Andreas Kamphenkel (AG Integration) zusammen kam.

In Braunschweig leben ca. 19.000 Ausländer. Durch die Zentralen Aufnahme- und Ausländerbehörde (ZAAB) werden sehr wenig Asylbewerber der Stadt zugewiesen. Viele damalige Bürgerkriegsflüchltinge (Bosnien) sind freiwillig ausgereist oder haben eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Braunschweig ist die zweitgrößte ABH, weil es sich hier um eine Unistadt handelt. Es gibt eine extra Servicestelle für Studenten (250 Mitarbeiter). In Braunschweig befürchtet man, dass wegen der Problematik mit der Sicherung des Lebensunterhaltes viele keine Verlängerung nach 2009 bekommen - und dies betreffe nicht nur Familien.

Als nächtes traf ich in der ZAAB Behördenleiter Herrn Heine, Christine Möricke (FB2: Unterbringung und Soziales),  Reinhild Foltin (Caritas Flüchtlingsberatung), Christa Karras und Andreas Kamphenkel.

Hier erfuhr ich einiges über die Arbeit der Behörde; z.B. erhalten die Neuankömmlinge einen Heimausweis (mit Lichtbild) und der Sozialdienst übernimmt ein Erstgespräch bei dem alle Informationen über die Einrichtungen erteilt werden. Es gibt eine Vollverpflegung, abgestimmt auf kulturelle Hintergründe, und Teeküchen in den einzelnen Häusern. Die Zeit der Unterbringung beträgt bei der Erstaufnahme 3 Monate. Es gibt etwa 250/150 Betten pro Haus, die nach Geschlecht, Nationalität und Familienstand unterteilt sind.

Zum Abschluss traf ich noch bei meinem Besuch des refugium Flüchtlingshilfe e.V. mit Petra Dörmann- Koch, Markus Frankenberger (Dipl. Psychologe), Uwe Salzmann (Vorstandsmitglied), der auch Einzelfallberatung in Wolfenbüttel anbietet, Ketema Georgis (macht die Integrationsberatung in Helmstedt seit 2001 und Beratung in der ZAAB) und Herrn Adama (Bundeskoordinator der  U.R.T.A – Togo) zusammen. Als Problem wurden die Schwierigkeiten bei der Hilfe zur Identitätsklärung (Bsp. Buthanesen) genannt. Zudem werden die Flüchtlinge oft jeden Tag angehört, was eine extreme psychische Belastung bedeutet. Hinzu kommt, dass Leistungen komplett gestrichen und die Flüchtlinge dadurch in die Kriminalität gezwungen werden. Weiter dauern die Asylverfahren sehr lange und die dadurch ungewisse Zukunft ist oft die Hauptbelastung.

 

 

21.10.2008: Landkreis Harburg, Winsen (Luhe)

In Harbug kam ich im Rahmen der Bleiberechtstour mit Elisabeth Meinhold-Engbers (Kreistag), Herrn Völker (Leiter der Ausländerbehörde), Herrn Adam (Sachbearbeiter) und Herrn Krüger (stellv. Leiter) zusammen.

Herr Völker hat uns zunächst den Bürgerservicebereich gezeigt. Der Grund war die Neustrukturierung bei der Kundenbetreuung. Jeder wird zunächst durch Ziehen einer Nummer im Servicebereich betreut und bekommt ggf. einen Termin. Die neue Struktur wird seitens der Leitung und auch seitens der Mitarbeiter (hier stellv. Frau Kirsch) als sehr entlastend bezeichnet, auch für die Ausländer.

Mit Bezug auf meine einleitenden Sätze, dass uns nicht jede Behörde einlädt, wurde zwar betont, dass Rücksprache mit dem Innenministerium (MI) gehalten worden sei und dieses gesagt hätte, dass es einen Besuch für nicht notwendig erachte, aber jede Behörde natürlich empfangen könne, wen sie wollen. In diesem Rahmen bekräftigte man das Bemühen um Transparenz und Selbständigkeit. Zitat: "Wir haben nichts zu verstecken".

Man verwies zudem auf eine besondere Problematik, die vorher noch nirgends so aufgezeigt wurde, nämlich die Problematik der Anrechnung der Freibeträge. So müssen die Anerkannten bei ihrer Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nach bundesgesetzlicher Regelung die Sicherstellung des Lebensunterhaltes darlegen. Durch die Anrechnung der Freibeträge ergäben sich hier nach Angabe der Behörde teilweise unüberwindbare Hindernisse gerade bei Großfamilien, die der Behörde große Sorgen bereiteten.

 

02.10.2008: Landkreis Ammerland

Bleiberechtstour_Ammerland

Der Besuch des Landkreises Ammerland im Rahmen der Bleiberechtstour begann mit einem sehr informativen Gespräch mit Landrat Jörg Bensberg, Stadtrat Peter Maiwald, Sebastian Meyer vom Grünen Kreisverband und Herrn Holthusen von der Auländerbehörde. In diesem wurden u.a. die Aufgabenbereiche und auch Funktionalitäten der Ausländerbehörde angesprochen. Ich habe hier erfahren können, dass es eine Integrationsberatung gibt, die vom Deutsch-Ausländischen Freundschaftsverein getragen wird und auch Frauenkurse beinhaltet. Jedoch gibt es leider keine Migrationserstberatung. Beim folgenden Besuch des Deutsch-Ausländischen Freundschaftsvereins traf ich Ute Fründ. Von ihr konnte ich erfahren, dass der Verein nächstes Jahr sein 20 Jähriges Jubiläum feiert und in dieser Zeit vor allem Flüchtlingen eine wichtige Hilfestellung gegeben hat.
26.09.2008: Landkreis Rotenburg

Auf der Station der Bleiberechtstour im Landkreis Rotenburg trafen wir uns zusammen mit Elke Twesten (MdL) im Büro des Landrats Luttman, um uns über die Handhabung des Bleiberechts zu informieren. Anschließend gab es noch ein Termin mit der Presse, bei dem wir über die Bleiberechtstour und deren Ziel und Inhalt informierten.

 

25.09.2008: Landkreis Aurich

Am Nachmittag war ich dann zur Bleiberechtstour in Aurich unterwegs. Dort hatte ich ein Treffen mit der Migrations- und Flüchtlingsberatung Aurich des DRK, an dem Elke Brönstrupund, Bernd Tobiassen und die Kreistagsabgeordnete Angelika Albers beteiligt waren.

 

25.09.2008: Landkreis Leer
Bleiberechtstour Leer1In Leer habe ich mich am Vormittag bei der hiesigen Verwaltung über die Umsetzung des Bleiberechts informiert. Beim späteren Treffen im Mehrgenerationenhaus habe ich einiges über die vielfältige Arbeit dort erfahten können. An diesen Gesprächen im Mehrfamilienhaus nahmen u.a. auch Mechthild Tammena und Stadtsratsmitglied Bruno Schachner teil.
Bleiberechtstour Leer2
 

19.09.2008: Stadt Oldenburg

Auf unserem Bleiberechtstourstopp in der Stadt Oldenburg haben Ralf Briese, innenpolitischer Sprecher der grünen Fraktion und örtlicher Abgeordneter und ich neben dem Besuch der Ausländerbehörde uns auf den aktuellen Stand in der Zentralen Aufnahme- und Ausländerbehörde (ZAAB) in Blankenburg/Oldenburg gebracht. Im Gespräch mit dem Leiter der ZAAB Herrn Christian Lüttgau und den Referatseiter beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Oldenburg Herrn Schütte haben wir über die historische Entwicklung des Standortes Blankenburg bis hin zu den Ereignissen im Jahr 2007 und über die Zukunft der ZAAB sprechen können.

Von Januar bis Juli 2008 gab es etwa 137 Erstanträge. Die Hauptherkunftsländer, was nicht überraschend ist, sind Irak mit 68 Personen gefolgt von Syrien mit 18 Personen. Die "Griechenlandfälle" seien auf Grund der dortigen Verhältnisse angehalten worden. Als wir auf die Proteste im Jahr 2007 zusprechen kamen, wurde die Diskussion deutlich emotionaler. Darüber hinaus wurde betont, dass die Haltung der Stadt damals einen Runden Tisch einrichten zu wollen auf großen Unmut gestoßen sei. Dennoch betonte Ralf Briese an der Idee festzuhalten. Ich berichtete, dass in der Stadt Bramsche bereits ein Runder Tisch arbeitet. Unser anschließender Besuch in der Stadt Oldenburg konzentrierte sich weniger auf die Bleiberechtsumsetzung, als vielmehr auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Flüchtlinge in der ZAAB (Busanbindung etc,). Im Gespräch mit Dr. Ayca Polat konnten wir uns darüber hinaus einen Eindruck von der Integrationspolitik und der Partizipation der Migrantenorganisationen in der Stadt Oldenburg verschaffen. Zum Ende des Tourtages fand ein reger Austausch mit aktiven und engagierten Menschen im Ökumenischen Dienst statt. Es wurden viele Informationen ausgetauscht und Anregungen und Ideen gesammelt. Abschließend wurde der Wunsch eines regelmäßigen Austausches sehr begrüßt.

 

05.09.2008: Landkreis Schaumburg

In Schaumburg hatte ich zusammen mit Ursula Helmhold als regional zuständiger Landtagsabgeordneten unserer Fraktion ein Gespräch mit VertreterInnen der Landkreisverwaltung. In Schaumburg wurden wir sehr offen empfangen, was nicht überall der Fall war. Die Dezernentin betonte, dass in der Beratungspraxis interkulturelle Kompetenzen sich sehr positiv auf die Beleibrechtsumsetzung auswirken können. So können manche Missverständnisse bei der Passbeschaffung beispielsweise ausgeräumt werden. Auch die Zusammenarbeit mit engagierten FlüchtlingsunterstützerInnen wird positiv gesehen. Von den bisher gestellten Anträgen nach bundesgesetzlicher Altfallregelung wurden 73 Aufenthaltserlaubnisse erteilt, was einer Quote von 32% entspricht. Allerdings mussten auch schon 27 abgelehnt werden.

 
01.09.2008: Start der Bleiberechtstour in Osnabrück
Bleiberechtstour_OS1Zum Start der Tour in Osnabrück hatte ich dort ein volles Programm; neben einem Gespräch zur Umsetzung des Bleiberechts mit der Stadtverwaltung, habe ich mich beim Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen über dessen wertvolle Arbeit informiert. Zusammen mit dem Exil e.V. waren die Osnabrücker Grünen mit einem Infostand und viel Material in der Fußgängerzone vertreten, um über die Chancen und Kritikpunkte des Bleiberechts zu informieren.
Bleiberechtstour_OS2
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Zusätzliche Information

Bleiberechtstour