Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG

NR. 246 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
Datum: 7. Juli 2010

Bildungssystem benachteiligt Migranten

Grüne: Özkan sollte es besser wissen

Nach Ansicht der Landtagsgrünen ist die dramatische Situation von MigrantInnen im Bildungssektor und auf dem Arbeitsmarkt auf die Diskriminierung und Benachteiligung im Bildungssystem zurückzuführen. "Die Bildungschancen von Kindern aus Einwandererfamilien müssen dringend verbessert werden. Die niedersächsische Landesregierung dagegen ist Meisterin im Aussortieren und schreibt durch die frühe Trennung nach Klasse 4 den Bildungsweg vorzeitig fest. Das ist besonders für die Kinder von MigrantInnen eine zu hohe Hürde", sagte die migrationspolitische Sprecherin Filiz Polat. Stattdessen müsse die individuelle Förderung in allen Bildungsstufen verbessert werden.

In einem Antrag zu diesem Thema hatten die Grünen gefordert, die Bildungschancen der Kinder aus Einwandererfamilien durch eine längere gemeinsame Schulzeit, durch Lernberatungen an Stelle von Schullaufbahnempfehlungen, eine durchgängige Sprachförderung vom Kindergarten bis zur achten Klasse, den Ausbau des muttersprachlichen Unterrichts und die Aufnahme der Muttersprachen in das Fremdsprachenangebot der Schulen sowie eine Stärkung der Elternarbeit durch Elternsprachkurse und Elternlotsen zu verbessern. "Diese Vorschläge wurden bei einer durchgeführten Fachanhörung von allen Migrantenverbänden in Niedersachsen begrüßt und unterstützt", sagte Polat. Zudem sei es wichtig, mehr junge Leute mit Migrationshintergrund für Lehrberufe zu gewinnen, weil der Zugang der Kinder zu PädagogInnen mit dem eigenen kulturellen Hintergrund wesentlich leichter falle. "Auch und gerade Integrationsministerin Özkan sollte das wissen und müsste eine bessere Integrationspolitik machen", so Polat.