Filiz Polat MdL

stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Sprecherin für Migration und Flüchtlinge,
Pflege, Senioren, Denkmalschutz

Flucht & Bildung

Sprachkurse

Sprachkompetenz und das Erlenen der deutschen Sprache ist für Geflüchtete von zentraler Bedeutung. Nur so wird ihnen mittelfristig die Teilhabe am sozialen Leben und der Weg in Ausbildung, Studium oder Beruf möglich sein. Für Flüchtlinge gibt es verschiedene Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu lernen.

Niedersachsen bietet mit den Wegweiserkursen eine sprachliche und kulturelle Erstorientierung in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen an. Sie stellen einen wichtigen Einstieg in die Sprachförderung dar.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet Integrationskurse für Menschen mit positivem Asylbescheid und neuerdings auch für Asylbewerber im laufenden Verfahren. Für Letztere ist die erste Bewerbungsphase allerdings ausgelaufen. Die Kurse Deutsch als Zweitsprache werden unter anderem von den Volkshochschulen (VHS) angeboten.

Land fördert Sprachkurse für alle 

Da die Bearbeitung der Asylverfahren beim BAMF noch viel zu lange dauern und damit Asylsuchende aus bestimmten Herkunftsländern vom Angebot ausgeschlossen werden, bietet auch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur Sprachkurse für Flüchtlinge unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, sowie Intensivsprachkurse für Flüchtlinge ab dem 18. Lebensjahr an, die Interesse an der Aufnahme eines Hochschulstudiums in Niedersachsen haben. Neben den Einrichtungen der Erwachsenenbildung leisten hier auch geschulte Ehrenamtliche und Lehramtsstudierende der Hochschulen einen wichtigen Beitrag bei der Sprachvermittlung.

Sprachförderung in KiTa und Schule

Darüber hinaus nehmen die allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen eine Schlüsselrolle bei der Sprachförderung ein. Die Landesregierung hat über 500 Lehrer*innenstellen neu eingerichtet (Stand: Februar 2016), Lehrerstunden für Sprachförderkurse, Sprachförderunterricht, Sprachförderkonzepte und vorschulische Sprachförderung um mindestens 7.500 Stunden erhöht sowie insgesamt 267 Stellen für soziale Arbeit in schulischer Verantwortung neu eingerichtet. Die Unterstützung der niedersächsischen Schulen bei der Beschulung von Flüchtlingen wird insgesamt mit einem jährlichen Finanzvolumen von rund 40 Millionen Euro erheblich ausgebaut. Weitere Informationen und Materialien zur „Förderung von Flüchtlingskindern“ gibt es auf den Seiten des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Sprachlernklassen in Niedersachsen

Die Not der zahlreichen Vertriebenen und Flüchtlinge aus den aktuellen Kriegs- und Krisengebieten ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. Ihnen zu helfen und Zuflucht zu bieten, ist Auftrag unseres Grundgesetzes und ein Gebot der Nächstenliebe. Bund, Länder und Kommunen wirken hierbei zusammen und leisten jeweils ihre Beiträge.

Die Sprache ist ein unverzichtbares Medium für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Landkreise, Städte und Gemeinden leisten mit der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge bereits einen großen Beitrag, der von unschätzbarem Wert ist und für den ihnen großer Dank gebührt. Niedersachsen selbst bietet mit den Wegweiserkursen eine sprachliche und kulturelle Erstorientierung in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen an. Sie stellen einen wichtigen Einstieg in die Sprachförderung dar.

Die Zahl der Sprachlernklassen in Niedersachsen konnte in den Jahren 2011 bis 2015 vervierfacht werden. Im September 2014 waren an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen 118 Sprachlernklassen eingerichtet (siehe Drucksache 17/2826). Bis Februar 2015 ist diese Zahl auf 238 gestiegen (siehe Drucksache 17/3267).

Zum Stichtag 1. August 2016 gab es in Niedersachsen 703 Sprachlernklassen. Die aktuelle Entwicklung stellt das Niedersächsische Kultusministerium hier grafisch dar.

Informationen zum Sprach- und Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge (SPRINT), einem Schulversuch zur Erprobung eines neuen pädagogischen und organisatorischen Konzeptes für zugewanderte Jugendliche, finden sich hier. Das Niedersächsische Kultusministerium hält damit qualifizierte Angebote für junge Flüchtlinge auch im berufsbildenden Bereich vorzuhalten. Der gesamte Unterricht an Berufsbildenden Schulen, auch im berufsbezogenen Lernbereich bzw. in den Werkstätten, ist auf den Erwerb von Sprachkompetenz ausgerichtet.

Weiterführende Links

„ReiN“ – Neues Online-Portal für den Spracherwerb

Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen: Eine Handreichung für Hochschulen und Studentenwerke (BAMF)

Linkssammlung beim Niedersächsischen Flüchtlingsrat

Aktuelle Beschulungssituation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen? Antworten und Informationen des Kultusministeriums (30. August 2016)

Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen (amfn e. V.):

Informationen über das Schulsystem in Niedersachsen (Deutsch)

Informationen über das Schulsystem in Niedersachsen (Arabisch)

Bundesagentur für Arbeit: Einstiegskurse für Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive (Oktober 2015)

MWK: Förderung von Maßnahmen zum Spracherwerb von Flüchtlingen (14. September 2015)

GGUA: Sprachförderung mit Aufenthaltsgestattung, BüMA oder Ankunftsnachweis (13. Juli 2016)

CARITAS:

Projekt ProFil II: Rechtliche Informationen (I) – Zugänge zu Bildung, Ausbildung und Qualifizierung für junge Flüchtlinge ohne Beschäftigungserlaubnis (November 2014)

Ausbildung mit Aufenthaltsgestattung, Duldung oder Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen

Schulpflicht und Sprachförderung in Niedersachsen

Sprachkurse und die Nachholung von Schulabschlüssen für Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthaltsstatus

Studieren mit Aufenthaltsgestattung, Duldung oder Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen

Die Informationsblätter gibt es hier auch in den Sprachen Englisch, Russisch und Arabisch.

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