Filiz Polat MdL

stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Sprecherin für Migration und Flüchtlinge,
Pflege, Senioren, Denkmalschutz

Osterheide-Bad Fallingbostel

Besuch des grünen Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler und der Landtagsabgeordneten Filiz Polat im Ankunftszentrum für Flüchtlinge

Der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler besuchte zusammen mit der Landtagsabgeordneten und Sprecherin für Migration und Flüchtlinge Filiz Polat das Ankunftszentrum für Asylsuchende Osterheide bei Bad Fallingbostel. Begleitet wurden sie von der Sprecherin der Grünen im Heidekreis, Ellen Gause.

Ziel des Besuches war es, sich im Gespräch mit Vertreter*innen der Landesaufnahmebehörde (LAB-Ni) und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über die Arbeitsweise und Zusammenarbeit im Ankunftszentrum zu informieren. Aber auch die Sorgen, Ängste und Nöte der Geflüchteten waren ein zentrales Thema des Besuches.

Seit der Errichtung des Ankunftszentrums hat sich einiges getan. Für das informative Erstgespräch gibt es inzwischen einen Gesprächsleitfaden, der hilft, die ersten Fragen der Ankommenden zur klären, Unsicherheiten und Ängste zu beseitigen und die bürokratischen Abläufe zu erläutern. Das ist wichtig, um Vertrauen zu schaffen und um die Geflüchteten bei der Bearbeitung der Anträge auf Asyl zu unterstützen.

Wichtig ist auch, dass es inzwischen einen Essensraum gibt. Was für viele selbstverständlich klingt, war zum Beginn der Arbeit nicht möglich. Die Geflüchteten mussten in einem Zelt essen. Auch die Einrichtungen der Johanniter sind sehr wertvoll. Sie unterstützen die Geflüchteten mit dem „Campinski“ als Ort des Austausches, einer KiTa und Deutschkursen.

Da die Zahlen der Hilfesuchenden sehr zurückgegangen sind, nimmt das Ankunftszentrum in Osterheide zurzeit nur noch zwischen zehn und 30 Personen pro Tag auf. Die Herkunftsländer der Schutzsuchenden sind: Syrien, Irak, Iran auch die Türkei, wenige aus Afghanistan, Eritrea oder Nordafrika, sehr wenige aus China, Kolumbien und Nepal.

Aus den Gesprächen mit den Geflüchteten wird schnell deutlich, dass der Familiennachzug für sie wichtig ist. Ohne Familie, weit weg der Heimat, fällt es schwer eine andere Sprache zu lernen, sind die Nächte durchwachsen, denn die Angst um die eigene Familie ist immer präsent. Aufgrund vieler Asylrechtsverschärfungen der Großen Koalition ist der Familiennachzug aber nur noch für wenige möglich. Viele Geflüchtete bekommen nur subsidiären Schutz, das betrifft auch Menschen aus Syrien. Dazu sagt Sven-Christian Kindler: „Aus unserer Sicht ist das Aussetzten des Familiennachzugs für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten ein schwerer Fehler. Es behindert die Integration, ist menschenunwürdig und führt zu einer hohen Klagewelle gegen die Bescheide. Als Grüne setzen wir uns für die Rücknahme dieser Bestimmung ein.“

Für das Land Niedersachsen sieht Filiz Polat die Arbeit der Behörden auf einem guten Weg: „Unser Ziel ist es, die Aufnahme der Geflüchteten sinnvoll und optimal zu gestalten. Dabei kommt es auf eine enge Abstimmung zwischen dem zuständigen BAMF für die Asylverfahrensabläufe und dem Land für die Unterbringung der ersten sechs Monate in den Erstaufnahmestandorten an. Die aktuellen Pläne der Bundesregierung für zentrale Abschiebezentren stehen dem entgegen und lehnen wir daher ab.“


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