Von Lünne nach Berlin Borcherts Landbier im Parlamentskreis Braukultur

© Büro Badum

Auf Einladung von Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, hat Friederike Köhl, Brauerin und Geschäftsführerin der Landhaus-Brauerei Borchert in Lünne, am vergangenen Mittwoch (4. März) an einem Treffen des Parlamentskreises Braukultur in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin teilgenommen. Sie hatte dort die Gelegenheit, ihre emsländischen Biere vorzustellen und mit Bundestagsabgeordneten über die aktuelle Situation kleiner Brauereien zu diskutieren.

Polat, die selbst Mitglied im Parlamentskreis Braukultur ist, freute sich über Köhls Zusage: „Als Mitglieder des Parlamentskreises hatten wir dieses Mal die Gelegenheit, eine Brauerin oder einen Brauer aus unserer Heimatregion einzuladen. Grundsätzlich zeichnen sich unsere Biere durch eine enorme Vielfalt aus. Da ich in meiner Fraktion aber auch für das Emsland zuständig bin, war für mich schnell klar, dass ich natürlich die einzige Brauerin der Region fragen werde.“

Friederike Köhl freute sich über die Anfrage und hat sofort zugesagt. „Ich habe mich riesig über die Einladung nach Berlin gefreut. Was für eine große Chance!“

Inhaltlich ging es an dem Abend dann um aktuelle Herausforderungen kleinerer Brauereien. Im Wettbewerb mit großen Konzernen positionieren sich die kleinen oft regional und mit einem breiteren und kreativeren Sortiment. Das Pfandsystem stellt dabei oft praktische und finanzielle Herausforderungen dar, weil es Kapital, Logistik und Infrastruktur erfordert.

Neben fachlichen Gesprächen konnten die Brauer*innen aber auch ihre Biere vorstellen. Und hier zeigte sich die Vielfalt unserer Biere. Mit dabei waren u.a. die Braumanufaktur Hertl aus Oberfranken und Glaabsbräu mit Sitz im hessischen Seligenstadt. Das Borchert von Friederike Köhl war das einzige Bier aus Norddeutschland.

Die Brauerin hatte ihre Sorten Mandarina, Braunbier und das Alkoholfreie mit nach Berlin genommen. Und die kamen gut an – nicht nur bei Filiz Polat. „Es war wirklich spannend, die Geschichten der anderen Brauer aus ganz Deutschland zu hören. Das war ein wertvoller Austausch untereinander“, so Köhl.

Einig waren sich die Brauer*innen, dass sie Unterstützung in ihren Regionen brauchen, damit das Brauhandwerk erhalten bleibt. Köhl: „Wir brauen regional, spezialisiert und mit viel Wert auf Qualität. Deshalb ist es wichtig, dass Landkreise, Städte und Verbände ihre örtlichen Brauereien unterstützen – zum Beispiel, indem sie bei Festen und Veranstaltungen bewusst auf die regionale Marke setzen und nicht auf die großen Konzerne.“

„Was unsere kleinen Brauereien mit unglaublichem Engagement auf die Beine stellen, ist wirklich bemerkenswert. Und schmeckt hervorragend! Da steckt viel Leidenschaft drin. Und deswegen ist das handwerkliche Bierbrauen auch seit 2020 als immaterielles Kulturerbe gelistet. Einen Abstecher nach Lünne kann ich auf jeden Fall empfehlen“, so Polat nach der Veranstaltung.

Der Parlamentskreis Braukultur trifft sich zwei bis drei Mal im Jahr. Die 56 Mitglieder stammen aus allen demokratischen Fraktionen, teilen die gemeinsame Leidenschaft für das Thema Braukultur und wollen das Brauhandwerk in Deutschland stärken. Themenschwerpunkt bei der Sitzung im März war die Situation kleiner Brauereien.

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