Pressemeldung Nr. 139 vom

Moorbrand in Meppen GRÜNE: Abschlussbericht offenbart enorme Defizite bei der Bundeswehr

Zum Abschlussbericht des Verteidigungsministeriums über den Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen erklärt Filiz Polat, regional zuständige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen:

„Der Abschlussbericht macht deutlich, was wir GRÜNE schon lange vermutet haben: Es gab erhebliche Defizite sowohl bei der Brandbekämpfung als auch bei der Materialausstattung der Dienststelle. Dass ‚die Brisanz der Lage verkannt‘ wurde, wie es im Bericht heißt, hat zu dem enormen Ausmaß des Brandes und der schweren Belastung der umliegenden Bevölkerung geführt.

Dass die vorgehaltenen Fähigkeiten zur Vermeidung einer vergleichbaren extremen Großschadenslage nicht ausreichten, ist unverantwortlich und weist auf strukturelle Probleme bei der Bundeswehr hin. Und auch bei der Informationspolitik hat die Bundeswehr großen Nachholbedarf. Viel zu lange wurde die Öffentlichkeit im Unklaren darüber gelassen, wie schwer der Brand wirklich war. Auch hier sind professionellere Strukturen dringend angeraten.“

Katja Keul, Mitglied des Verteidigungsausschusses, ergänzt: „Nicht einzusehen ist, warum eigentlich die Rüstungsindustrie völlig von den Kosten und Risiken dieser Tests freigestellt wird. Immerhin erhält die Industrie aufgrund dieser Tests gegebenenfalls Aufträge und Ergebnisse, die sie gewinnbringend verwertet. Hier muss über die Verteilung von Kosten und Nutzen nochmal neu nachgedacht werden.“

Beide Abgeordneten bedanken sich bei den vielen Einsatzkräften und Helferinnen und Helfern, die trotz der erheblichen Mängel bei der Bundeswehr dafür gesorgt haben, dass sich der Brand erstens nicht noch weiter ausgebreitet hat und zweitens schließlich gelöscht werden konnte.

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