Pressemeldung Nr. 207 vom

Grabschändungen in Osnabrück Grüne: Antiziganismus entschieden entgegentreten

Zur Schändung der Grabstädte einer Sinti-Familie auf dem Osnabrücker Hasefriedhof erklärt Filiz Polat, Sprecherin für nationale Minderheiten der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:

„Die wiederholte Schändung der Grabstätte macht mich fassungslos. Es ist ein weiteres abscheuliches Verbrechen an den Opfern des Nationalsozialismus, die hier begraben liegen, und ihren Familien, die heute unter uns leben. Und es zeigt, dass Antiziganismus – also der Rassismus gegenüber Sinti und Roma – immer noch ein großes Problem in Deutschland und Europa ist.“

Auch die Grüne Stadtratsfraktion zeigt sich erschüttert. „Die Zerstörung der Grabstelle ist hinterhältig und boshaft, ein Angriff auf alle Osnabrückerinnen und Osnabrücker. Solche Taten dürfen wir in der Friedensstadt nicht dulden. Wir werden in den zuständigen Ratsgremien beraten, wie wir solche Angriffe verhindern. Das sind wir auch der betroffenen Familie schuldig“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Volker Bajus.  

Die Volksgruppe der Sinti lebt seit über 600 Jahren als nationale Minderheit in Deutschland. Fast genauso lange sieht sie sich Diskriminierungen ausgesetzt. Im Nationalsozialismus wurden Sinti wie auch Roma als „fremdrassig“ gebrandmarkt, zu Tausenden in KZ verschleppt und ermordet – auch viele Familien aus der Region Osnabrück. „Es gibt fast keine Familie in unserer Region, die nicht vom Völkermord betroffen war“, so Polat.

Die Abgeordnete hofft nun auf die Ermittlungen der Polizei. „Diese Taten müssen Konsequenzen haben. Wir dürfen Rassismus und Antiziganismus in unserer Gesellschaft nicht tolerieren und das auch klar zum Ausdruck bringen. Sinti und Roma sind Teil unserer deutschen Geschichte und gehören zu Deutschland.“

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