A30 in Osnabrück Grüne fordern Alternativen zur aktuellen Ausbauplanung

Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Bramsche, und Jens Meier, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat Osnabrück, hatten sich Mitte Juni mit Mitgliedern der „Interessengemeinschaft Neubau A 30 Nahne von 2021“ getroffen, um über die aktuellen Ausbaupläne der Bundesregierung für die A30 zu diskutieren. Dabei hatte die Interessengemeinschaft eine sogenannte Schachbrettgalerie als Alternative zur aktuellen Planung vorgestellt.

„Mit der Schachbrettgalerie bringt die Interessengemeinschaft der Anwohnerinnen und Anwohner eine interessante Variante des Ausbaus ein, die mit deutlich weniger Eingriffen ins Gelände verbunden wäre. Darüber hinaus dürfte sie deutliche Vorteile bieten, was den Lärmschutz angeht. Mit Blick auf die dichte Bebauung entlang der Autobahn muss dieser Punkt sehr hoch gewichtet werden“, so Polat.

Umso überraschter zeigt sich die Abgeordnete über die Antwort der Bundesregierung auf ihre schriftliche Frage, ob im Rahmen des geplanten sechsstreifigen Ausbaus der A30 eine Lärmschutzgalerie geprüft wurde. „Die Bundesregierung gibt an, dass eine Lärmschutzgalerie ‚bei etwa fünffachen Kosten und doppelter Bauzeit nur minimal höheren Schutz vor Lärm‘ böte. Eine detailliertere Erklärung, wie die Bundesregierung zu dieser Annahme kommt, bleibt sie schuldig. Das ist für die Betroffenen vor Ort eine herbe Enttäuschung“, ist sich Polat sicher.

Der Ausbau der A30 sei ein riesiges Infrastrukturprojekt mit enormen Auswirkungen nicht nur auf die Anwohnerinnen und Anwohner. Es sei auch ein tiefer Eingriff in die Umwelt entlang der Trasse, so Polat. Darüber hinaus werde es während der Bauzeit zu starken Beeinträchtigungen des städtischen Verkehrs kommen. Polat plädiert daher weiter für eine detaillierte Prüfung einer Temporären Seitenstreifenfreigabe zur dynamischen Nutzung des Standstreifens als zusätzlichem regulären Fahrstreifen bei hohem Verkehrsaufkommen als Alternative zum Ausbau.

Jens Meier ergänzt: „Die aktuelle Ausbauplanung für die A30 würde eine 10- bis 15-jährige Bauzeit mit sich bringen. Die Folgen für die gesamte Stadt Osnabrück wären katastrophal. Als Ratsfraktion appellieren wir dringend an die Bundesregierung, weniger belastende Alternativen zu prüfen. Das ist auch mit Blick auf die Umweltauswirkungen, den Verlust von Flächen, die Kosten und den bestmöglichen Lärmschutz mehr als geboten.“

Zurück zum Pressearchiv