Pressemeldung Nr. 102 vom

Erdbeben in Niedersachsen Grüne fordern sofortiges Moratorium für Erdgasförderung

Die Erdgasförderung in Niedersachsen hat 2018 bereits zu neun Erdbeben geführt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Filiz Polat, hervor. Sie hatte nach dem jüngsten Erdbeben in Cloppenburg Auskunft verlangt, wie viele Erdbeben des Jahres 2018 in Niedersachsen nach Auffassung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ihre Ursache in der Erdgasförderung hatten und welche Konsequenzen die Bundesregierung daraus zieht.

Polat: „Die Erdgasförderung in Niedersachsen führt zu Erdbeben – das lässt sich nicht mehr leugnen. Auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe geht bei neun Erdbeben im laufenden Jahr davon aus, dass sie ‚mit hoher Wahrscheinlichkeit im engen Zusammenhang mit der Erdgasförderung‘ stehen. Dass sich die Bundesregierung nicht weiter zuständig sieht, erhöht den Druck auf die Länder. Die Erdbeben haben die Bürgerinnen und Bürger in der Region aus verständlichen Gründen verunsichert.“

Christian Meyer, regional zuständiger Landtagsabgeordneter, ergänzt: „In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta wackeln die Wände und die Menschen machen sich zurecht Sorgen. Die Landesregierung sollte daher ein Moratorium für die weitere Genehmigung für Erdgasförderungen aussprechen, bevor nicht die Ursachsen der künstlichen Erdbeben vollständig aufgeklärt sind.“

Fabian Wesselmann, Kreistagsabgeordneter des Landkreises Cloppenburg (Gruppe Grüne/UWG) aus Lastrup: „Die Antwort der Bundesregierung bestätigt die Befürchtungen vor Ort, dass es kein Zufall ist, dass die Erdbeben in der Region so stark zunehmen. Der Schutz der Menschen und ihres Eigentums muss jetzt unbedingt Vorrang vor den Interessen der Erdgaslobby haben. Solange Schäden für die Bürgerinnen und Bürger nicht ausgeschlossen werden können, darf es in der Region keine weitere Erdgasförderung geben.“

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