Pressemeldung Nr. 84 vom

Moorbrand in Meppen Mangelnder Aufklärungswille und strukturelle Problem

Zur Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine schriftliche Frage bezüglich des Moorbrandes auf dem Bundeswehrgelände WTD 91 in Meppen erklärt Filiz Polat, regional zuständige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen:

„Die Antwort der Bundesregierung deutet auf strukturelle Probleme der Risikobewertung hin. Einerseits wurde die Brandgefahr während der außergewöhnlichen Hitzewelle als gering eingestuft, was schon verwunderlich ist, andererseits verweist das Bundesverteidigungsministerium in seiner Antwort auf „besondere Umstände bei den Löschmaßnahmen“. Diese sollte die Bundeswehr allerdings kennen. Das schwierige Gelände, die Munitionsbelastung des Bodens und die Besonderheit eines Moorbrandes sind hier dauerhafte Faktoren und hätten vor der Übung in die Gefahrenabwägung mit einbezogen werden müssen. Diese Kombination macht eigentlich recht deutlich, dass das Risiko für Schießübungen dieses Ausmaßes zu groß war.

Sobald der Brand gelöscht ist und keine weiteren Gefahren für Einsatzkräfte und Bevölkerung mehr gegeben sind, muss die Brandkatastrophe umfassend analysiert werden. Mit einer einfachen Entschuldigung und einem versprochenen Dorffest auf Kosten des Bundes darf hier seitens des Bundesverteidigungsministeriums kein Schlussstrich unter die Sache gezogen werden. Die Antwort der Bundesregierung ist dahingehend enttäuschend. Ein Aufklärungswille ist nicht zu erkennen. Denn die allgemeine Risikobewertung, die den Tests vorrausgeht, wird nicht hinterfragt. Ich fordere hier eine ehrliche Aufarbeitung. Das ist Ministerin von der Leyen der Region schuldig. Und auch die Informationspolitik der Bundeswehr und des Bundesverteidigungsministeriums, insbesondere hinsichtlich der fehlenden Messungen gesundheitsschädlicher Stoffe, muss sich verbessern. Die Öffentlichkeit erfährt bis heute nur häppchenweise, wie die Situation vor Ort ist und welche Auswirkungen der Brand für sie hat.“

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