Pressemeldung Nr. 136 vom

Immer weniger Lebensmittelhandwerk Polat: Bundesregierung muss regionales Lebensmittelhandwerk stärken

„Der Rückgang  der Betriebe im regionalen Lebensmittelhandwerk scheint unaufhaltsam. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung handelt und das regionale Lebensmittelhandwerk stärkt“, erklärt Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Bramsche.

Besonders bei den Bäckereien und Fleischereien geht es stetig bergab. So gab es in Niedersachsen 2008 noch 1.257 Bäckereien und 1.087 Fleischereien. 2016 waren es nur noch 830 Bäckereien und 748 Fleischereien. Das ist ein Rückgang um 35 Prozent bei den Bäckereien und 31 Prozent bei den Fleischereien. Damit liegt Niedersachsen sogar noch über dem Bundestrend (beide 30 Prozent).

„Die Situation wird nochmal dadurch verschärft, dass vor allem die kleinen Unternehmen schließen müssen. Auch die Infrastruktur vom vor- und nachgelagerten lebensmittelverarbeitenden Gewerbe bricht weg, wie beispielsweise die Mühlen. Wir brauchen das regionale Lebensmittelhandwerk aber, um Arbeitsplätze in den Regionen und die regionale Vielfalt bei den Lebensmitteln zu erhalten. Deshalb müssen endlich Erleichterungen für kleine Betriebe gefunden sowie der Bevorteilung der industriellen Großbetriebe – u.a. durch das staatliche Fördersystem (GRW) – ein Ende gesetzt werden. Ich habe vollstes Verständnis für kleine Betriebe, die den zunehmenden bürokratischen Aufwand kaum noch bewältigen können, weil das Personal dafür fehlt. Bürokratieabbau ist daher ebenfalls ein wichtiger Punkt. Dazu gehört die Möglichkeit für Unternehmen, die Umsatzsteuer erst abführen zu müssen, wenn der Kunde oder die Kundin bezahlt hat. Darüber hinaus wollen wir die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter auf 1.000 Euro deutlich anheben. Wir GRÜNE stehen für mehr regionale Vielfalt statt immer mehr Konzentration auf wenige Großkonzerne.“

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