Pressemeldung Nr. 91 vom

Doppelte Staatsangehörigkeit Polat: Doppelpass jetzt in Frage zu stellen, ist reiner Populismus

Zu den Aussagen von Annegret Kramp-Karrenbauer, welche den Doppelpass für Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund infrage stellt, erklärt Filiz Polat, Sprecherin für Migration und Integration:

"Den Doppelpass jetzt in Frage zu stellen, ist reiner Populismus. Es wirkt vielmehr als versuchte Wahlkampfunterstützung für die anstehenden Wahlen in Hessen und Bayern. Den Doppelpass abzuschaffen hieße, dass junge Deutsche unter dem Damoklesschwert einer drohenden Ausbürgerung aufwachsen müssen und letzten Endes dazu gezwungen werden, sich für eine Staatsangehörigkeit auf dem Papier zu entscheiden. Es ist zynisch, dass die Rechte von deutschen Staatsangehörigen von dem Verhalten des türkischen Präsidenten abhängig gemacht werden sollen.

Eine solche Politik ist zudem sachlich absolut falsch und integrationsfeindlich. Sie würde dazu führen, dass Deutsche anderen Deutschen beweisen müssen, dass sie deutsch genug sind, um Deutsche zu bleiben. Diese Forderung geht an der Lebenswirklichkeit in Deutschland völlig vorbei. Die Debatte um Loyalitätskonflikte allein aufgrund der doppelten Staatsangehörigkeit ist völlig absurd. Die wiederholte Reduzierung der Deutschen mit Migrationshintergrund auf ihre Verbindung zu einem anderen Land, verursacht nur eine noch tiefere Spaltung.

Deutsche haben heutzutage unterschiedlichste Wurzeln und das ist eine gute Sache. Wer eine Migrationsgesellschaft gestalten möchte, sollte alles daran setzen, dass sich Menschen unserer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft zugehörig fühlen und sich entfalten können. Das sollte der Maßstab für alle sein, die Deutsche sein, werden und auch bleiben wollen."

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