Pressemeldung Nr. 93 vom

Gesundheitsgefährdung durch Moorbrand in Meppen? Polat: Entwarnung der Bundeswehr ist reine Spekulation

Filiz Polat, regional zuständige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen für das Emsland, kritisiert das Verhalten der Bundeswehr während des Moorbrandes in Meppen scharf. Das Verteidigungsministerium schließt aus Messwerten bei maximaler Rauchentwicklung, dass auch in den Tagen zuvor, bei weniger starker Rauchentwicklung, keine Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten wurden.

„Obwohl der Brand auf der Wehrdienststelle 91 in Meppen schon früh große Ausmaße angenommen hatte, ließ die Bundeswehr Luftschadstoffe erst am 18. September 2018 messen. Dass sie aufgrund dieser ersten Ergebnisse nun Entwarnung in Bezug auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung gibt, ist reine Spekulation. Dass Grenzwerte bei dieser Messung nicht überschritten wurden heißt nicht, dass dies in den Tagen davor auch so war. Die Größe der Rauchentwicklung ist hier sicher kein zuverlässiger Indikator“, so Polat.

Polat nutzte die Fragestunde im Deutschen Bundestag (10. Oktober 2018), um Informationen zu bekommen, warum Luftschadstoffe nicht schon vor dem 18. September gemessen wurden, obwohl es auch da schon zu enormer Rauchentwicklung kam.

„Nach Auskunft des Bundesverteidigungsministeriums wird aktuell untersucht, ob man schon vor dem 18. September hätte messen müssen. Ich sage ganz klar: Ja, man hätte messen müssen. Hier hat es eindeutig Versäumnisse seitens der Bundeswehr gegeben, die nun zu einer Verunsicherung der Bevölkerung führen. Hier muss das Verteidigungsministerium jetzt intensiv für Aufklärung sorgenhttps://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/“, so Polat.

Auch Ihre niedersächsische Kollegin aus dem Verteidigungsausschuss, Katja Keul, verlangte vom Verteidigungsministerium weitere Auskünfte über den Verbleib der früher dort gelagerten Uranmunition und nach möglichen Rückständen von Wolfram Munition. Die Antworten ließen erkennen, dass man sich weder im Ministerium noch in der Bundeswehr sicher ist, ob künftige Gesundheitsgefährdungen ausgeschlossen werden können. „Ein vor zwei Wochen angeforderter Bericht an den Verteidigungsausschuss liegt bis heute nicht vor“, kritisiert Keul. Wenn die Bundesregierung den Sachverhalt nicht nahtlos aufklären kann, wird man die künftige Nutzung des Geländes als Testgelände in Frage stellen müssen“, so die Verteidigungspolitikerin.

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