Pressemeldung Nr. 212 vom

1 Jahr Moorbrand Polat: Fehler dürfen sich nicht wiederholen

Vor einem Jahr (3. September 2018) brach bei einer Schießübung der Bundeswehr auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen ein verheerender Moorbrand aus, der erst Wochen später und unter Einsatz zahlreicher Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet gelöscht werden konnte. Filiz Polat, regional zuständige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, fordert die Bundeswehr auf, Lehren aus dieser Brandkatastrophe zu ziehen.

„Es hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass die Wehrtechnische Dienststelle für so ein Szenario in keiner Weise gerüstet war. Es fehlte sowohl geeignetes Material als auch eine klare Einschätzung der Lage und eine transparente Kommunikation. Dass die Bundewehr hier nun auf allen Ebenen nachbessern will, ist dringend nötig. Ob sich ein neuer Großbrand in einem so sensiblen Gebiet aber überhaupt vermeiden lässt, ist fraglich.“

„Letztlich stellt sich vor dem Hintergrund der Naturzerstörung und der Freisetzung einer immensen Menge an CO2 aber auch die Frage, ob die Wehrtechnische Dienststelle 91 überhaupt noch als Schießplatz weiterbetrieben werden sollte“, so Polat.

Polat thematisiert auch die schleppenden Entschädigungszahlungen der Bundeswehr für den Einsatz verschiedener Feuerwehren beim Moorbrand in Meppen. Auch nach neun Monate waren Rechnungen noch nicht vollständig beglichen. „Hier hätte ich mir ein schnelleres und unbürokratischeres Verfahren gewünscht. Schließlich haben wir es den vielen zivilen Einsatzkräften zu verdanken, dass das Feuer letztlich gelöscht werden konnte“, so Polat.

Abschließend kritisiert Polat den Umgang mit möglichen langfristigen Gesundheitsschäden der Bevölkerung und der Einsatzkräfte: „Über Wochen hinweg kam es zu einer zum Teil immensen Rauchentwicklung. Offen bleibt, warum erst fast zwei Wochen nach Ausbruch des Brandes Schadstoffmessungen durchgeführt wurden und welche Konzentrationen vor diesem Zeitpunkt freigesetzt wurden. Dazu haben sich die Verantwortlichen bisher nicht eindeutig erklärt.“

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