Pressemeldung Nr. 111 vom

Zum Rücktritt des DITIB-Vorstandes in Niedersachsen Polat: Imamausbildung in Deutschland voranbringen

Zum Rücktritt des niedersächsischen Landesvorstandes der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) erklärt Filiz Polat, Ansprechpartnerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen für islamische Verbände:

„Ich bedauere den Rücktritt des niedersächsischen Ditib-Landesvorstandes sehr. Yilmaz Kilic und seine Vorstandskolleginnen und -kollegen haben sich stets für unsere pluralistische Gesellschaft eingesetzt und haben für die rechtliche Gleichbehandlung der in Niedersachsen lebenden Musliminnen und Muslime unglaublich viel geleistet. Ich kann hier auf eine gute und langjährige Zusammenarbeit zurückblicken.

Die problematische Entwicklung innerhalb der Ditib in Deutschland hat mit dem Rücktritt des niedersächsischen Landesvorstandes einen neuen Höhepunkt erreicht. Der niedersächsische Landesverband war immer bemüht, politisch unabhängig vom türkischen Regime unter Erdogan zu sein.

Sowohl die niedersächsische Landes- als auch die Bundesregierung haben keinen klaren Kurs im Dialog mit den muslimischen Dachverbänden gezeigt. Hannover und Berlin müssen endlich einsehen, dass die muslimischen Verbände nur über einen konstruktiven und ehrlichen Dialog in ihrem Bemühen vorankommen, sich in Deutschland unabhängig von den Herkunftsstaaten zu entwickeln. Dazu gehört in erster Linie eine staatliche Unterstützung bei der Etablierung einer deutschen Imamausbildung. Bundesinnenminister Seehofer muss endlich den Auftrag der Kanzlerin ernst nehmen und die Imamausbildung in Deutschland bei der anstehenden 11. Deutschen Islamkonferenz nicht nur ansprechen, sondern einen verbindlichen Fahrplan gemeinsam mit den Bundesländern und den Verbänden erarbeiten.“

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