Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus dem Landkreis Osnabrück, fordert die Bundesregierung auf, die Pläne zur Ausweitung der Erdgasförderung in Deutschland zu stoppen. Die größten Erdgasvorkommen Deutschlands werden in Niedersachsen vermutet – in einem Gürtel von der Grafschaft Bentheim über die Landkreise Osnabrück, Vechta und Diepholz bis in den Landkreis Nienburg.
„Die Pläne der Bundesregierung, mehr heimisches Erdgas zu fördern, kann nur heißen, ins Fracking von unkonventionellen Lagerstätten einzusteigen. Das ist in jeglicher Hinsicht schlecht für unser Land und kann nur als weiteres Lobbygeschenk für die fossile Industrie gedacht sein kann“, kritisiert Filiz Polat.
„Wir Grüne lehnen Fracking entschieden ab, weil es durch den Einsatz von Chemikalien mit erheblichen Risiken für Trinkwasser und Umwelt verbunden ist. Die langfristigen Folgen für Mensch und Umwelt sind bei weitem nicht ausreichend erforscht. Dabei ist Wasser die Grundlage allen Lebens und die Aufbereitung unseres Trinkwassers schon heute sehr aufwändig.“
Polat verweist auch auf die Erdbebengefahr, die mit der Erdgasförderung verbunden ist. Die Region Groningen in den Niederlanden hatte die Produktion eingestellt, nachdem rund 1.600 Erdbeben zehntausende Gebäude zum Teil schwer beschädigt hatten. 100.000 Menschen waren davon betroffen. „Sowas darf sich in Niedersachsen nicht wiederholen, Niedersachsen ist kein Experimentierfeld“, mahnt Polat.
Laut Polat untergrabe die Ausweitung der Erdgasförderung auch jegliche Anstrengungen für den Klimaschutz, da durch Fracking die Förderung fossiler Energien verlängert werde. „Für die aktuelle Versorgungssicherheit spielen die niedersächsischen Vorkommen keine Rolle. Würde man den Weg für unkonventionelles Fracking heute freimachen, würde es noch Jahre dauern, bis die eigentliche Förderung startet. Diese Zeit sollten wir besser nutzen, um uns vom Gas unabhängig zu machen“, so Polat. „Wir sollten jetzt kein Geld für den Energieträger der Vergangenheit verschwenden, sondern voll auf die Erneuerbaren setzen. Niedersachsen ist dabei auf einem sehr guten Weg und durchaus Vorbild für andere Bundesländer.“
Die Abgeordnete hatte die Bundesregierung gefragt, welche Erdgasvorkommen es in Niedersachsen gibt und welche Schritte sie unternimmt, um Erdgasförderung per Fracking in Deutschland zu ermöglichen. In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung auf die zuständigen Bergbaubehörden der Bundesländer, die über bergrechtliche Genehmigungen zu entscheiden hätten. „Ich bin froh, dass die niedersächsische Landesregierung hier schon klargestellt hat, dass sie Fracking ablehnt. Auch hier ist die Union im Bund auf dem Weg in eine energiepolitische Sackgasse.“