Pressemeldung Nr. 277 vom

Coronavirus als Brennglas Polat kritisiert Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche

Während sich nun auch im Landkreis Emsland drei Schlachthofmitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben, beantragte die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen für die laufende Sitzungswoche eine Aktuelle Stunde zu den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Dazu erklärt Filiz Polat, für das Emsland regional zuständige Abgeordnete:

„Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie müssen endlich genau unter die Lupe genommen werden. Das Coronavirus wirkt wie ein Brennglas. Jetzt werden Missstände mehr als deutlich. Wir Grüne fordern bereits seit Jahren faire Arbeitsbedingungen. Davon – das zeigt sich jetzt – kann oft nicht die Rede sein. Insbesondere die Situation der Werkvertrags- und Saisonarbeiter*innen ist prekär. Das fängt schon bei der Unterbringung an. Hier sind die geltenden Abstandsregeln praktisch nicht einzuhalten. Am Arbeitsplatz sieht es oft ähnlich aus. Die Ansteckungsgefahr in der Branche kann eigentlich nicht überraschen. Sie ist der Preis des billigen Fleisches.

Ein lückenloser Gesundheitsschutz muss absolute Priorität haben – für alle Arbeitskräfte. Auch wenn oftmals für Werkvertragsarbeitnehmer*innen die Verordnungen für Sammelunterkünfte nicht gelten, weil sie in privat angemieteten Wohnungen untergebracht sind, gilt es, den Infektionsschutz durchzusetzen. Nicht nur Mindestabstände am Arbeitsplatz müssen eingehalten und kontrolliert werden, sondern auch die Fahrten vom und zum Arbeitsort. Hier sind vor allem die Betriebe und Landkreise in der Pflicht. Es muss der Schutz jedes Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht nur seine Arbeitskraft. Ausländische Arbeitskräfte sind keine Ware, sondern Menschen mit Rechten.“

Polat begrüßte indes die Ankündigung des Landkreises Osnabrück, nun verstärkte Kontrollen in den Schlachthöfen und Sammelunterkünften der Arbeitnehmer*innen durchzuführen.

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