Vergütung für psychotherapeutische Leistungen Polat: Kürzungen sind fatales Signal für Psychotherapeut*innen und Patient*innen

Zum 1. April 2026 wurde die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent gesenkt. Viele Psychotherapeut*innen warnen seitdem vor den Auswirkungen auf die psychotherapeutische Versorgung. Auch für Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, ist der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 11. März 2026 völlig unverständlich. Gesundheitspolitisch sei die Absenkung der psychotherapeutischen Leistungen im Hinblick auf die schon derzeit bestehenden Versorgungslücken höchst problematisch.

„Die Honorare für psychotherapeutische Leistungen zu kürzen, ist eine Fehlentscheidung – und das in einer Zeit, in der psychische Krisen zunehmen und immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. Es ist falsch bei der Berufsgruppe zu sparen, die ohnehin am untersten Rand der ärztlichen Vergütung steht. Vor allem aber ist das ein fatales Signal an die Patient*innen und missachtet die Bedeutung von seelischer Gesundheit“, so Polat.

Honorarvereinbarungen seien zwar grundsätzlich Aufgabe der Selbstverwaltung, und es sei richtig, dass diese nicht politisch festgelegt werden, so Polat. Es sei aber Aufgabe der Politik, Fehlentwicklungen in der Versorgung entgegenzusteuern.

„Psychotherapeut*innen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung und zur Stabilität unserer Gesellschaft. Ihre Arbeit ermöglicht Teilhabe, verhindert die Chronifizierung von Erkrankungen und hilft dabei, individuelles Leid zu lindern sowie gesellschaftliche Krisen besser zu bewältigen. Gleichzeitig sehen wir seit Jahren einen deutlichen Anstieg psychischer Belastungen, verschärft durch sich überlagernde Krisen. Besonders betroffen sind dabei Kinder und Jugendliche. Der Bedarf an Unterstützung und Behandlung wächst kontinuierlich. Was wir jetzt brauchen, sind keine Kürzungen, sondern nachhaltige Reformen und strukturelle Verbesserungen. Pauschale Einschnitte lösen weder Fehlsteuerungen noch die finanzielle Schieflage im Gesundheitssystem.“

Polats Bundestagsfraktion hatte Ende März noch den Eilantrag „Psychotherapeutische Versorgung strukturell stärken“ in den Bundestag eingebracht, um die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland deutlich zu verbessern. U.a. wollen die Grünen eine eigene Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche schaffen und die psychotherapeutische Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen stärken.

„Unser Ziel ist klar: zeitnahe, niedrigschwellige Zugänge zu passgenauen psychosozialen und therapeutischen Angeboten für alle, die sie brauchen.“

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