Pressemeldung Nr. 224 vom

„Warten aufs Wohnheim“ Polat: Mietenexplosion hat auch Studierende in Osnabrück, Vechta und Lingen voll erfasst

Die Vorlesungen an den Hochschulen in Osnabrück starten in diesen Tagen. Gerade für die Erstsemester*innen beginnt eine wichtige, spannende und neue Phase ihres Lebens. Doch immer mehr Studierende können sich nicht auf das Studium konzentrieren, sondern suchen noch vergeblich nach einer Bleibe. Die Mietenexplosion hat die Studierenden voll erfasst.

Dazu erklärt Filiz Polat: „Wohnen muss auch für Studierende bezahlbar sein. Mietenexplosion und historischer Tiefstand bei den Wohnheimplätzen müssen der Bundesregierung ein Weckruf sein. Eine gemeinsame Wohnheim-Offensive mit den Ländern ist die richtige Antwort auf lange Wartezeiten auf einen Wohnheimplatz. Aktuell warten in Osnabrück 737 Studierende auf einen Wohnheimplatz, wie mir das Studentenwerk mitgeteilt hat. In Vechta sind es 68 und in Lingen 45 Wartende.“

In Hochschulstädten wie der unseren werden auf dem freien Markt für kleine Wohnungen inzwischen im Schnitt über 400 Euro gezahlt und damit deutlich mehr als die 325 Euro, die im BAföG pauschal für das Wohnen gewährt werden. Polat: „Den Studierenden bleibt immer weniger Geld zum Leben. Verschärfend kommt das Allzeittief bei den Wohnheimplätzen hinzu. Nur noch 9,6 Prozent der Studierenden finden Platz in Wohnheimen – der preisgünstigsten Wohnform nach dem Elternhaus. Auch deshalb muss die Mietpreisbremse endlich scharf gestellt werden. So zählen möblierte Wohnungen und Zimmer zu den vielen unsinnigen Ausnahmen. Doch solche Angebote haben sich in den letzten Jahren am Wohnungsmarkt vervierfacht. Diese Schlupflöcher müssen weg – auch und gerade in den Universitäts- und Hochschulstädten.“

Das Gros der öffentlich geförderten Wohnheimplätze stammt aus Bund-Länder-Programmen der Vergangenheit. Polat: „An diese erfolgreichen Programme gilt es anzuknüpfen, anstatt Verantwortung wegzudelegieren, wie es aktuell die Maxime der Bundesregierung ist. Bauminister Seehofer und Bildungsministerin Karliczek müssen liefern statt studentischer Wohnungsnot tatenlos zuzusehen. Gerade Studieninteressierte aus einkommensarmen Nicht-Akademiker-Familien sind auf eine verlässliche Studienfinanzierung und eine bezahlbare Bleibe angewiesen, damit der Bildungsaufstieg gelingt.“

 

Hintergrundmaterial:

Die grüne Bundestagsfraktion hat eine „Offensive für bezahlbaren Wohnraum für Studierende“ beschlossen, über die nun im Bundestag beraten wird.

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