Zur Einrichtung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945 erklärt Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Bramsche:
"Mit der Einrichtung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945 setzt die Bundesregierung die konsequente Aufarbeitung der Verbrechen an den Sinti und Roma fort. Das begrüßen wir sehr. Damit wird eine der zentralen Forderungen der größten Minderheit Europas umgesetzt. Zugleich löst die Koalition unter Friedrich Merz einen zentralen Auftrag der von den demokratischen Fraktionen des Bundestages beschlossenen Resolution ein.
Denn die lückenlose Aufarbeitung des an Sinti und Roma in der Nachkriegszeit begangenen Unrechts ist längst überfällig. Auch nach 1945 wurden Angehörige der Minderheit unter Verwendung von NS-Akten gesondert polizeilich erfasst. Hierbei kommt den Polizeibehörden eine besondere Rolle zu – die Länder stehen deshalb ebenfalls in der Pflicht. Zugleich wurden den Betroffenen Entschädigungs- und Wiedergutmachungsleistungen vielfach zunächst verweigert oder erst nach jahrelangen Verfahren gewährt.
Die tiefen Wunden, die diese fortgesetzte Diskriminierung innerhalb der Community hinterlassen hat, wird die Kommission nicht heilen können. Sie ist jedoch ein wichtiger Schritt, um das Unrecht der Nachkriegszeit umfassend aufzuarbeiten, staatlich anzuerkennen und die Perspektiven der Betroffenen sichtbar zu machen."