Anlässlich der Diskussion um die Planungen des Bundesinnenministeriums in Niedersachsen so genannte AnkER-Piloten einzurichten, erhärten sich Hinweise, dass der LAB-Standort Bramsche-Hesepe zunehmend in den Fokus der Behörden rückt. So wurde, nach Gesprächen der Bundestagsabgeordneten Filiz Polat, Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag mit dem AnkER-Beauftragten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das Ankunftszentrum in Bramsche als besonders geeignet genannt. Polat, die auch 13 Jahre im niedersächsischen Landtag gewesen ist, appelliert an den Innenminister des Landes Niedersachsen: „Das Land Niedersachsen darf sich nicht als Horst Seehofers Versuchskaninchen hergeben. Die Proteste am Standort wie in der Vergangenheit wären vorprogrammiert.“
„Angetrieben von den anstehenden Landtagswahlen in Bayern und der AfD drückt die CSU bei ihrer inhumanen Politik gegenüber Schutzsuchenden auf die Tube - ohne konkreten Plan. Statt sich von Seehofer zum Versuchslabor machen zu lassen, sollte Niedersachsen lieber auf den Oberbürgermeister der AnkER-Vorbildstadt Bamberg hören, der vor solchen Zentren entschieden warnt“, so Polat.
Unterstützung bekommt die Abgeordnete vom örtlichen Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates Dieter Sieksmeyer: „Die so genannten AnkER-Zentren sind nicht zielführend. In den letzten Jahren ist dagegen vieles verbessert worden. Die Geflüchteten haben beispielsweise den Zugang zu einer unabhängigen Verfahrensberatung, was es in den AnkER-Piloten so nicht geben würde. Perspektivlosigkeit und ein Festhalten über Jahre ist für Schutzsuchende und vor allem für schulpflichtige Kinder und Jugendliche nach unserem Verständnis nicht akzeptabel und eher integrationshindernd. Für den Landkreis und die Stadt Bramsche würde die Umwidmung der LAB in ein AnkER-Zentrum zudem keinerlei Vorteile bieten.“