Filiz Polat, für Ostfriesland zuständige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, bekräftigt ihre Kritik an der Bundesregierung, die Förderung von Erdgas vor Borkum zu genehmigen. Durch das jüngste Urteil des Verwaltungsgerichts Oldenburg sieht sich die Abgeordnete bestätigt, was Umweltgefahren für das sensible Wattenmeer betrifft.
„Es ist völlig unverständlich, warum die Bundesregierung die Erdgasförderung vor Borkum genehmigt und damit Schäden an unserem Weltnaturerbe Wattenmeer riskiert. Sie selbst hat die Gasmangellage für beendet erklärt. Wir brauchen dieses Gas also gar nicht.
Deutschland hat gerade eine extreme Frühjahrsdürre hinter sich, die Folgen des Klimawandels schlagen schon lange ein. Jetzt noch neue Gasfelder auszubeuten ist Klimazerstörung mit Ansage. Wenn die Bundesregierung klimapolitisch noch irgendwie ernstgenommen werden will, dann muss sie diese Gasförderung stoppen. Und zwar sofort.“
Polat zeigt sich solidarisch mit den Bewohner*innen der Insel Borkum, die gegen die Gasförderung protestieren. „Die Borkumer*innen und der Tourismus leben von einer intakten Natur, mögliche Auswirkungen der Gasbohrungen wären hier, nur 20 Kilometer entfernt, als erstes zu spüren.“ Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat Anfang der Woche die Verlegung eines Seekabels durch das Wattenmeer vorerst untersagt, weil damit eine teilweise Zerstörung der besonders geschützten Biotoptype verbunden wäre.
Polat fordert stattdessen den konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energien, damit der Verbrauch von Gas weiter sinken kann. „Die Erneuerbaren machen uns unabhängig von Gas und damit auch unabhängig von anderen Staaten. Auf dem Ausbau von Erneuerbaren muss Deutschlands Fokus liegen. Die Bundeswirtschaftsministerin muss umgehend weg von Lobbypolitik und hin zur Klimapolitik kommen.“